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Online-Lesung mit Christoph Hein

Gespräch und Lesung mit Christoph Heim am Kamin.

Christoph Hein wird gerne als kühler Chronist bezeichnet. Da auch Homer ein Chronist des Trojanischen Krieges sei, so sei er mit der Bezeichnung sehr einverstanden, gesteht Christoph Hein im Gespräch mit MDR-Moderator Jörg Schieke in der Landesvertretung.

Im Kaminzimmer der Landesvertretung las Christoph Hein aus der Novelle "Einladung zum Lever Bourgeois" aus dem gleichnamigen Erzählband. Die Erzählungen erschienen 1980 im Aufbau Verlag, im Westen wurden sie unter dem Titel "Nachtfahrt und früher Morgen" veröffentlicht.

Die erzählerischen Reflexionen stammen aus der Zeit, als Christoph Hein Hausautor an der Berliner Volksbühne war. Und er musste damals Texte von Racine übersetzen. Das "Lever" bezeichnete am französischen Hof "die Zeremonie des Aufstehens des Königs", erklärt Hein. Diese zwanzigminütige Zeremonie als Gast miterleben zu dürfen, war eine große Ehre. Heins Novelle "lever bourgeois", beschreibt das bürgerliche Aufstehen am frühen Morgen von Racine. Während des Aufstehens, Ankleidens und Frisierens, bevor er sich auf den Weg nach Versailles begibt, denkt der königliche Hofgeschichtsschreiber Racine über sein Leben nach.

Christoph Hein lebt seit über zehn Jahren in Havelberg. Sein Roman "Willenbrock" wurde 2005 von Andreas Dresen verfilmt. Für das Luther-Oratorium zum Reformationsjubiläum schrieb er das Libretto. Im Mai 2021 erscheint sein neustes Buch "Guldenberg" im Suhrkamp Verlag.

Der Suhrkamp Verlag über den Schriftsteller: "Christoph Hein gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat – und als fulminanter Geschichtenerzähler."

Die Lesung mit Christoph Hein und MDR-Moderator Jörg Schieke am 16. Februar 2021 wurde aufgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Halle

Lesung und Gespräch: Zum Video 
Das Video ist bis zum 26. März 2021 verfügbar.