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Ausstellung: Das deutsche Wolgagebiet

 Bis 24. April 2019

Die Ausstellung zeigt historische Fotografien aus dem Leben der Wolgadeutschen. Die Fotos stammen aus deutschen und russischen Staatsarchiven und werden für die Wanderausstellung erstmals der Öffentlichkeit gezeigt.

„Katharina die Große ist für uns das historische Bindeglied“, sagte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zur Ausstellungseröffnung. „Sie ging von Zerbst nach Russland und ihrem Ruf sind viele gefolgt.“

Zarin Katharina II. aus Zerbst schuf 1762/63 die Voraussetzungen, um schwach besiedelte Regionen zu erschließen. Hierzu gehörte auch das Wolgagebiet. Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab es im Wolgagebiet über 200 Dörfer und Städte, in denen rund 600.000 Deutsche lebten.

Am 19. Oktober 1918 wurde das Autonome Gebiet der Wolgadeutschen gegründet. Ernst Reuter, der spätere Oberbürgermeister von Magdeburg und erste Regierende Bürgermeister von West-Berlin, wurde 1918 Volkskommissar der Wolgadeutschen Republik und engagierte sich für den Erhalt der deutschen Sprache und Kultur. 1924 entstand die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Die Ausstellung endet mit einer Tafel in roter Tinte. Unterschrift Stalin, 1941: „Fortjagen muss man sie.“ Die deutsche Bevölkerung des Wolgagebietes wurde schließlich deportiert.

Thomas Konhäuser von der Kulturstiftung der Deutschen Vertriebenen erinnerte in seinem Grußwort an „Traum und Trauma“ der Wolgadeutschen. Olga Martens, stellvertretende Vorsitzende des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur und Herausgeberin der Moskauer Deutschen Zeitung erläuterte mit viel Feingefühl die Ausstellung, die bereits in Bayreuth und Wiesbaden, aber auch in Moskau gezeigt wurde.

Ministerpräsident Haseloff: „In der Ausstellung kann man ein Stück deutscher, europäischer und Weltgeschichte erleben.“ Europa, so Haseloff, ende zwar geographisch am Ural, aber es gehe kulturell bis Wladiwostock.

Ausstellung: "Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte"
In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Verband der deutschen Kultur, der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland und der Moskauer Deutschen Zeitung

TIPP:

Touristische Route: Katharina II. in Zerbst