Harry Graf Kessler und Józef Piłsudski

Filmmotiv

24. Oktober 2018

Vor 100 Jahren: Die deutsch-polnische Episode mit Harry Graf Kessler und Józef Piłsudski macht Geschichte 

1918/1919: Józef Piłsudski wird der erste Staatspräsident der Republik Polen und Harry Graf Kessler ist für drei Wochen der erste deutsche Gesandte in Warschau.

Prof. Laird M. Easton von der California State University sprach über Kesslers politischen und schillernden Lebensweg, der ihn schließlich nach Polen führte: "Kessler verdankte seine Ernennung als Botschafter in Polen nicht seinen Kriegsbriefen über Polen oder seinem neuen Interesse für den Pazifismus, sondern vielmehr seinem Treffen mit Józef Piłsudski im Oktober 1915, wie es wunderbar in Sabine Carbons Film dargestellt ist.“ 

Regisseurin Sabine Carbon, Vorsitzende der Harry-Graf-Kessler-Gesellschaft, zeigte ihren Dokumentarfilm: „Harry Graf Kessler und Józef Piłsudski – Der Marschall und der Mann von Welt“. Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann Stiftung für die Freiheit, zeigte sich von der "schillernden, spannenden, interessanten, vielseitigen und kosmopolitischen Persönlichkeit" von Harry Graf Kessler beeindruckt. "Harry Graf Kessler spielt in unserer liberalen Geschichte eine bedeutende Rolle", sagte Paqué, der zum Gedenken an die Magdeburger Episode und ihre geschichtlichen Folgen Veranstaltungen in Magdeburg und in Polen ins Leben gerufen hat.

8. November 1918

Marschall Józef Piłsudski verweigerte den Treueid auf den deutschen Kaiser. Er wurde im Sommer 1917 in der Festung Magdeburg inhaftiert und am 8. November 1918 entlassen. Harry Graf Kessler holte Józef Piłsudski in Magdeburg ab und fuhr mit ihm über Genthin im Auto nach Berlin. Er notierte in seinem Tagebuch:

"(...) der Wagen wurde angekurbelt, wir fuhren los. Es war ein frühlingswarmer, himmelblauer Tag, etwas feucht und erschlaffend, so daß draußen zwischen Wald und Acker der Gedanke an Feindschaft, Krieg, Revolution bei uns allen vieren in die Ferne schwand. Pilsudski, der hustete und sich einen alten Filzhut zum Schutz vorm Luftzug vor den Mund hielt, stieß mich einmal an und sagte, so sei die Gegend bei ihm zu Hause, ganz heimatlich, dieser arme Boden, die Kiefern und Waldstückchen, nur hügeliger sei es, wo er aufgewachsen sei." 

Prof. Laird M. Easton, Sabine Carbon und Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Heinz Paqué
Kessler-Experte Prof. Laird M. Easton (li.), Filmregisseurin Sabine Carbon und Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Heinz Paqué, Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
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