12. Clausewitz-Strategiegespräch

12. Clausewitz-Strategiegespräch: Dr. Frank Sauer (li.), Prof. Dr. Götz Neuneck, Moderator Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann, Brigadegeneral Gerald Funke

18. April 2018

Autonome Waffensysteme: Wundermittel oder Damoklesschwert?

Das 12. Clausewitz-Strategiegespräch befasste sich mit autonomen Waffensystemen. In der Diskussion ging es vor allem um sicherheitspolitische, völkerrechtliche und ethisch-moralische Aspekte.

Digitalisierung, Drohnen und Künstliche Intelligenz: Werden Kriege zukünftig von vollautomatischen Waffensystemen geführt? Nach der Erfindung des Schießpulvers und der Entwicklung von Atomwaffen gelten autonome Waffensysteme bereits als dritte waffentechnische Revolution.

Im Koalitionsvertrag haben sich CDU, CSU und SPD für eine Ächtung autonomer Waffensysteme ausgesprochen:

"Autonome Waffensysteme, die der Verfügung des Menschen entzogen sind, lehnen wir ab. Wir wollen sie weltweit ächten."

Fraglich war in der Diskussionsrunde jedoch, ob es gelingt, den technischen Fortschritt ethisch und rechtlich noch zu regulieren.

Dr. Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München informierte über die Entwicklung autonomer Waffensysteme seit dem Ersten Weltkrieg. Würden heute vollautomatische Waffensysteme eingesetzt, so bestehe die Gefahr „algorithmischer Unfälle“. Es sei daher notwendig, dass der Mensch die letzte Verfügungsgewalt behalte.

Für Prof. Dr. Götz Neuneck, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, sind autonome Waffensysteme eine „Zukunft, die schon Realität“ geworden sei. Er betonte die Gefahren, die sich aus einem Wettrüsten oder auch aus einer mangelnden Sicherheit der Steuerungssoftware ergeben können. Regulatorische Bemühungen durch das Völkerrecht und der Rüstungskontrolle seien daher wichtig.

Brigadegeneral Gerald Funke stellte klar, dass die Bundeswehr keine Systeme einführen wolle, die in der Lage seien, autonom zu töten. Man müsse aber Chancen und Risiken von Automatisierung und Autonomisierung erforschen. Nicht zuletzt darum, um eventuelle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und ihnen begegnen zu können.

WEITERE INFORMATIONEN: 

In Zusammenarbeit mit der Clausewitz-Gesellschaft und der Deutschen Atlantischen Gesellschaft

Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann
Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann
12. Clausewitz-Strategiegespräch in der Landesvertretung
12. Clausewitz-Strategiegespräch in der Landesvertretung
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