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VERANSTALTUNGEN

Kunst und Kultur in Sachsen-Anhalt nach der friedlichen Revolution 1989

11. November 2019

Eine Diskussion in der Landesvertretung zu 30 Jahre Mauerfall und den Auswirkungen auf Kunst und Kultur.

Der Fall der Mauer am 9. November 1989 ist ein Symbol für die friedliche Revolution. Es waren die Bürgerinnen und Bürger der DDR, die es mit ihrer friedlichen Revolution geschafft hatten, dass die Mauer tatsächlich fiel und die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland geöffnet wurde. Auch viele kritische Künstlerinnen und Künstler waren in der Oppositionsbewegung engagiert und haben zum Ende der SED-Herrschaft mit beigetragen.

1989 gab es nicht nur einen politischen Machtwechsel, sondern auch einen kulturellen Aufbruch. Welche Auswirkungen hatte der gesellschaftliche Systemwechsel für Kunst und Kultur in Sachsen-Anhalt?

In der Gesprächsrunde erinnerten sich die Teilnehmer an die Schwierigkeiten, die nach der Grenzöffnung 1989 bewältigt werden mussten. Es wurde aber auch über die Erfolge gesprochen, die inzwischen erreicht werden konnten. Beispiel Theater: Hier war die Situation zunächst sehr ungünstig, da es einen dramatischen Zuschauerrückgang gegeben hatte. Den Theatern in Sachsen-Anhalt sei es jedoch gelungen, sich betriebswirtschaftlich zu konsolidieren und künstlerisch neu zu profilieren. Dabei hätten sich die vom Land geschlossenen Theaterverträge bewährt.

Gewürdigt wurde auch die Unterstützung des Bundes, die durch den Einigungsvertrag möglich wurde. So unterstütze der Bund zum Beispiel die national bedeutsamen Kultureinrichtungen in Sachsen-Anhalt. Wichtig seien auch die Sonderförderprogramme des Bundes. Sie würden noch immer dabei helfen, die kulturelle Infrastruktur im Land zu erhalten und weiterzuentwickeln. Nach 30 Jahren gut sichtbar seien die Erfolge bei der Sanierung des umfangreichen Denkmalbestandes.  

SACHSEN-ANHALT:

Am Anfang nicht so einfach sei die Lage der Künstlerinnen und Künstler aus den neuen Ländern gewesen. Nach der Wende hätten sie oft erst mit großer zeitlicher Verzögerung bundesweit Anerkennung und Aufmerksamkeit gefunden, inzwischen seien sie jedoch bei Ausstellungen und in Museen verstärkt dabei. Dagegen müssten viele Komponisten aus Ostdeutschland erst noch wiederentdeckt werden. Ein Defizit gebe es immer noch beim Kultursponsoring und bei der Unterstützung großer Wirtschaftsunternehmen für kulturelle Projekte und Institutionen in Sachsen-Anhalt.

Insgesamt zog das Podium eine positive Bilanz: Für die Kultur in Sachsen-Anhalt seien die Erfolge nach 30 Jahren beachtlich.

An der Diskussion nahmen teil:

  • Rainer Robra, seit 2002 Chef der Staatskanzlei, Europaminister und seit 2016 auch Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt
  • Mathias Husmann, Generalmusikdirektor in Magdeburg 1992-1998
  • Clemens Birnbaum, 2002-2009 Intendant des Kurt-Weill-Festes Dessau, seit 2009 Intendant der Händelfestspiele und Direktor des Händel-Hauses
  • Manon Bursian, seit 2005 Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt
  • Prof. Dr. Konrad Breitenborn, Vorsitzender des Kulturausschusses des Landtages von Sachsen-Anhalt 1990-1994
  • Dr. Torben Ibs, Theaterwissenschaftler

Moderation: Frank Salender

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